
Klosterfriedhof &
Aussegnungshalle
| Einweihung | 26. November 2023 |
| Information | Information |
Was haben sich denn da die Schwestern gedacht? Im Evangelium hören wir, dass Jesus WEG – WAHRHEIT – und LEBEN für uns ist.
Und hier liegt ein langer Labyrinthweg mit 3132 Schwesternnamen, die einen Weg bilden, der zur Mitte führt. Das Datum, das je abgebildet ist, ist unser Professdatum. Also der Tag an dem wir unser Versprechen vor Gott und den Menschen gegeben haben, dass wir mit unserem ganzen Leben, Jesus Christus nachfolgen und ihn in der Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Reute verkünden wollen.
Das Labyrinth ist ein uraltes Symbol, das für Verwandlung und Neubeginn steht.
Ein Labyrinth ist kein Irrgarten, sondern, ein verschlungener und durch viele Kehren und Wendungen gestalteter langer Weg von außen bis zur Mitte. Ein Weg, der wie der Lebensweg des Menschen, manchmal sehr langen Atem braucht, um zum eigentlichen Kern, zum Wendepunkt zu kommen. Die Mitte ist im Labyrinth der Platz der Wende, der Verwandlung, aber auch der Platz der Auseinandersetzung, des Kampfes.
Im griechischen Mythos wurde der Minotaurus, der halb Mensch und halb Stier war, in einem Labyrinth gefangen gehalten. König Minos von Kreta forderte von der im Krieg unterlegenen Stadt Athen sieben junge Männer und sieben junge Frauen, die als Opfer für den Minotaurus ins Labyrinth geschickt wurden. Theseus, der Sohn des Königs von Athen meldete sich freiwillig, um den Minotaurus zu töten. Vor dem Gang ins Labyrinth verliebte er sich in die Tochter des Minos – in Ariadne, die ihm einen Fadenknäul mitgab, damit er den Ausgang des Labyrinths wiederfinden sollte. Theseus triff in der Labyrinthmitte auf den Minotaurus und besiegt ihn. Durch den Faden der Liebe gebunden, findet er wieder aus dem Labyrinth heraus zum Ausgang.
„Christlich getauft“ wurde das Labyrinth in den gotischen Kathedralen auf dem Jakobsweg. Zum Beispiel in Chartres. Wir haben hier die Labyrinthform von Chartres gewählt. Den Weg bilden unsere Schwesternnamen, mit dem Tag, an dem wir unsere Gelübde abgelegt und uns auf diese Lebensform der Nachfolge Jesu entschieden haben. In der Mitte des Labyrinths – am Kampfplatz zwischen Gut und Böse, hat Jesus Christus selbst bereits den Kampf zu unseren Gunsten entschieden, uns erlöst und befreit, so dass wir von dort aus mit dem Liebesfaden unseres Gottes verbunden, das Labyrinth wieder überwinden und in unsere Sendung gehen können.
Ein Verwandlungssymbol hier in unserem Friedhof, das durch den Tod und die Auferstehung Jesu, auf die Wendung in unserem christlichen Leben hinweisen soll, die befreit von Sünde und Tod ins eigentliche Leben führen wird. – Unsere Namen, ob von bereits verstorbenen oder noch lebenden Schwestern, stehen für diesen Glauben an das in und durch Gottes Liebe verwandelte Leben.
Wir wollen inmitten des Friedhofs von der Hoffnung künden, dass unsere Bestimmung das bleibende Leben ist.
Übrigens wurden Labyrinthe auch als Bußwege gegangen – als “Pilgerwege für die Seele“, die anstelle des großen Pilgerwegs nach Santiago de Compostella begangen wurden. Mit dem Gehen des Labyrinths setzte man auf die Kraft der Verwandlung und Vergebung von schweren Verfehlungen und Sünden. In der Liturgie tanzte zum Beispiel der Bischof mit seinem Klerus in der Osternacht büßend ins Labyrinth. In der Labyrinthmitte war ein goldener Ball, der dann im freudig beschwingten Schritt spielend und werfend hinausgetanzt wurde, um danach das Licht der Osternacht zu entzünden. – Also das Leben durch den Tod zu feiern.
Deshalb ist dieses Labyrinth hier in der Mitte des Friedhofs. Wir glauben, dass Gott selbst, alle Tode in sein Leben verwandeln kann.
Weil ER der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, bilden wir als Gemeinschaft der Schwestern auch den Weg, der als Wandlungsweg begangen und erfahren werden kann und der durch alle Tode und Abschiede hindurch uns alle den Weg zum Leben aufschließen will.
Sr. Maria Hanna Löhlein
Das Labyrinth ist ein uraltes Symbol, das für Verwandlung und Neubeginn steht.
Ein Labyrinth ist kein Irrgarten, sondern, ein verschlungener und durch viele Kehren und Wendungen gestalteter langer Weg von außen bis zur Mitte. Ein Weg, der wie der Lebensweg des Menschen, manchmal sehr langen Atem braucht, um zum eigentlichen Kern, zum Wendepunkt zu kommen. Die Mitte ist im Labyrinth der Platz der Wende, der Verwandlung, aber auch der Platz der Auseinandersetzung, des Kampfes.
Im griechischen Mythos wurde der Minotaurus, der halb Mensch und halb Stier war, in einem Labyrinth gefangen gehalten. König Minos von Kreta forderte von der im Krieg unterlegenen Stadt Athen sieben junge Männer und sieben junge Frauen, die als Opfer für den Minotaurus ins Labyrinth geschickt wurden. Theseus, der Sohn des Königs von Athen meldete sich freiwillig, um den Minotaurus zu töten. Vor dem Gang ins Labyrinth verliebte er sich in die Tochter des Minos – in Ariadne, die ihm einen Fadenknäul mitgab, damit er den Ausgang des Labyrinths wiederfinden sollte. Theseus triff in der Labyrinthmitte auf den Minotaurus und besiegt ihn. Durch den Faden der Liebe gebunden, findet er wieder aus dem Labyrinth heraus zum Ausgang.
„Christlich getauft“ wurde das Labyrinth in den gotischen Kathedralen auf dem Jakobsweg. Zum Beispiel in Chartres. Wir haben hier die Labyrinthform von Chartres gewählt. Den Weg bilden unsere Schwesternnamen, mit dem Tag, an dem wir unsere Gelübde abgelegt und uns auf diese Lebensform der Nachfolge Jesu entschieden haben. In der Mitte des Labyrinths – am Kampfplatz zwischen Gut und Böse, hat Jesus Christus selbst bereits den Kampf zu unseren Gunsten entschieden, uns erlöst und befreit, so dass wir von dort aus mit dem Liebesfaden unseres Gottes verbunden, das Labyrinth wieder überwinden und in unsere Sendung gehen können.
Ein Verwandlungssymbol hier in unserem Friedhof, das durch den Tod und die Auferstehung Jesu, auf die Wendung in unserem christlichen Leben hinweisen soll, die befreit von Sünde und Tod ins eigentliche Leben führen wird. – Unsere Namen, ob von bereits verstorbenen oder noch lebenden Schwestern, stehen für diesen Glauben an das in und durch Gottes Liebe verwandelte Leben.
Wir wollen inmitten des Friedhofs von der Hoffnung künden, dass unsere Bestimmung das bleibende Leben ist.
Übrigens wurden Labyrinthe auch als Bußwege gegangen – als “Pilgerwege für die Seele“, die anstelle des großen Pilgerwegs nach Santiago de Compostella begangen wurden. Mit dem Gehen des Labyrinths setzte man auf die Kraft der Verwandlung und Vergebung von schweren Verfehlungen und Sünden. In der Liturgie tanzte zum Beispiel der Bischof mit seinem Klerus in der Osternacht büßend ins Labyrinth. In der Labyrinthmitte war ein goldener Ball, der dann im freudig beschwingten Schritt spielend und werfend hinausgetanzt wurde, um danach das Licht der Osternacht zu entzünden. – Also das Leben durch den Tod zu feiern.
Deshalb ist dieses Labyrinth hier in der Mitte des Friedhofs. Wir glauben, dass Gott selbst, alle Tode in sein Leben verwandeln kann.
Weil ER der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, bilden wir als Gemeinschaft der Schwestern auch den Weg, der als Wandlungsweg begangen und erfahren werden kann und der durch alle Tode und Abschiede hindurch uns alle den Weg zum Leben aufschließen will.
Sr. Maria Hanna Löhlein
Zur Aussegnungshalle:
Kommt der Tod, hält das Leben den Atem an, die Geschäftigkeit kommt zu Ruhe. Stille kehrt ein, göttliche Stille und der Himmel öffnet sich mit allem Licht.
Irgendwann erleben wir alle mit lieben Menschen diesen Moment und eben die Stille, die voller Würde dann folgt … und die Zeit, in der wir Raum brauchen für unsere Trauer, unsere Hilflosigkeit, für unsere Fragen, für all unsere Gefühle. Ein stiller Raum, ein Raum, in dem wir mit der, dem Verstorbenen allein sein und eine Kerze anzünden dürfen um Abschied zu nehmen, um bei Gott und bei uns zu sein.
Für die Aufgabe, mit Ihnen, liebe Schwestern, ein kleines bescheidenes Aussegnungsgebäude gestalten zu dürfen, sind wir sehr dankbar. Es hat uns sehr berührt.
Und was liegt näher als auf franziskanischem Boden dies mit aller Schlichtheit und Demut mit Lehm und Erde zu formen. Aus der Erde, aus welcher wir alle entnommen wurden und zu welcher wir zurückkehren.
Hier in diesem kleinen Vorfriedhof werden wir empfangen von der Natur, einem Baum, einer Blumenwiese … setzen uns auf die Bank und erblicken einen kleinen erdigen Körper, ein Geselle der Natur, der der sich sanft aufwölbt zum Himmel. Die Eichen-Türen begrüßen uns mit geöffneten Armen „Wie im Himmel so auf Erden“. Eingetreten werden wir vom Einfachen überrascht – ein kleiner Zentralraum mit einer Bronzeplatte in der Mitte, gefertigt aus den Tausymbolen verstorbener Schwestern. Ganz sanft fällt das Himmelslicht in den Raum, streichelt sanft die Lehmwände – die nach außen gekippt sich zum Himmel strecken – gleichsam dem Franziskus im Friedhof. So empfangen sie das Tageslicht, das göttliche Licht. Vielleicht erblicken wir jetzt auf ein Neues die Natürlichkeit der Lehmwände, rauh und glatt, fast wie Lebensspuren, darin eingebettet die Erde aller Filialen der Franiskanerinnen von Reute. Verdichtete Gemeinschaft, Spuren der Fürsorge und dem Dienst am Menschen.
Das Kreuz aus Schwarzstahl mit einer feinen Goldspur steht im Licht, ein ewiges Licht brennt und auch wir dürfen künftig eine Kerze anzünden am Kerzentisch – und Andacht nehmen für die aufgebahrte verstorbene Schwester und alle Schwestern, die künftig digital wieder sichtbar werden. Vielleicht nehmen wir auch Andacht für uns selbst, für das nicht mehr Lebendige und erinnern uns wieder, dass wir im Licht stehen. Drei schlichte Eichehocker laden uns ein zu verweilen, irgendwo im Raum Platz zu nehmen und die Stille zu atmen.
Marcus Wörtz, Architekt
Für die Aufgabe, mit Ihnen, liebe Schwestern, ein kleines bescheidenes Aussegnungsgebäude gestalten zu dürfen, sind wir sehr dankbar. Es hat uns sehr berührt.
Und was liegt näher als auf franziskanischem Boden dies mit aller Schlichtheit und Demut mit Lehm und Erde zu formen. Aus der Erde, aus welcher wir alle entnommen wurden und zu welcher wir zurückkehren.
Hier in diesem kleinen Vorfriedhof werden wir empfangen von der Natur, einem Baum, einer Blumenwiese … setzen uns auf die Bank und erblicken einen kleinen erdigen Körper, ein Geselle der Natur, der der sich sanft aufwölbt zum Himmel. Die Eichen-Türen begrüßen uns mit geöffneten Armen „Wie im Himmel so auf Erden“. Eingetreten werden wir vom Einfachen überrascht – ein kleiner Zentralraum mit einer Bronzeplatte in der Mitte, gefertigt aus den Tausymbolen verstorbener Schwestern. Ganz sanft fällt das Himmelslicht in den Raum, streichelt sanft die Lehmwände – die nach außen gekippt sich zum Himmel strecken – gleichsam dem Franziskus im Friedhof. So empfangen sie das Tageslicht, das göttliche Licht. Vielleicht erblicken wir jetzt auf ein Neues die Natürlichkeit der Lehmwände, rauh und glatt, fast wie Lebensspuren, darin eingebettet die Erde aller Filialen der Franiskanerinnen von Reute. Verdichtete Gemeinschaft, Spuren der Fürsorge und dem Dienst am Menschen.
Das Kreuz aus Schwarzstahl mit einer feinen Goldspur steht im Licht, ein ewiges Licht brennt und auch wir dürfen künftig eine Kerze anzünden am Kerzentisch – und Andacht nehmen für die aufgebahrte verstorbene Schwester und alle Schwestern, die künftig digital wieder sichtbar werden. Vielleicht nehmen wir auch Andacht für uns selbst, für das nicht mehr Lebendige und erinnern uns wieder, dass wir im Licht stehen. Drei schlichte Eichehocker laden uns ein zu verweilen, irgendwo im Raum Platz zu nehmen und die Stille zu atmen.
Marcus Wörtz, Architekt














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